Hunde auf Tour

Hunde-Reiseapotheke

➽ TIPP

Hunde sind die besten Reisebegleiter, die man sich überhaupt wünschen kann.
Um sicher unterwegs zu sein, solltest du vor Reiseantritt jedoch einige Dinge rund um deinen vierbeinigen Freund beachten, um so viel Freude wie möglich an dem gemeinsam Tripp zu haben. Deshalb geben wir dir in diesem Beitrag alle wichtigen Informationen rund um die Gesundheitsversorgung von Hunden auf Reisen.

Mit Hunden auf Tour und bestens ausgestatteter Reiseapotheke.

Tierärztliche Versorgung

Man muss sich darüber im klaren sein, dass es nicht überall auf der Welt ausreichende und gute veterinärmedizinische Versorgung gibt. In den ländlichen Gebieten im Senegal zum Beispiel gibt es für eine große Region nur einen einzigen Amtstierarzt ohne Praxis, der sich im Schwerpunkt nur um das Nutzvieh kümmert. Für den Amtstierarzt dreht sich daher fast alles um die gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen und Kontrollen die er durchführen muss und nur wenige Haustiere gehören zu seinen Patienten.

Der Amtstierarzt des Distrikts Zighuinchor, Casamance, kommt unserer Aster zu Hilfe und geht als Freund. Hamadal Diao befreit sie von einem hartnäckigen Abzess. Wir müssen jedoch selbst noch die wiederkehrende Entzündung über einen langen Zeitraum mit Antibiotika behandeln, da die feuchte Hitze im Senegal kontraproduktiv für die Entzündung ist.

Im Senegal kann sich kaum eine Privatperson einen Tierarzt leisten, schon gar nicht für Hunde oder Katzen. Da Hunde in dem muslimisch geprägten Land als unrein gelten, geht es den armen Tieren entsprechend schlecht. Tierarztpraxen mit annähernd europäischem Standard findet man im Senegal nur in den Großstädten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass auch die Reiseapotheke für deinen Hund für alle Notfälle ausgestattet ist, da du oftmals selbst behandeln musst.

Impfungen müssen sein! Vor Reiseantritt solltest du dich bei deinem Tierarzt nach den nötigen Impfungen erkundigen. Unser senegalesischer Findling Yoda muss für seine Einreise nach Europa einen Tollwut-Titter nachweisen. Natürlich haben wir ihm auch alle weiteren nötigen Impfungen geben lassen. Mehr Infos über Impfungen findest du in unserem Artikel Welche Impfung braucht mein Hund?

Medikamente und Materialien

Die Reiseapotheke sollte alle wichtigen Medikamente und Materialien für deinen Hunde enthalten. Lass dich vor Reiseantritt von deinem Veterinär beraten und check die Gesundheit und Belastbarkeit deines vierbeinigen Begleiters, um ihm eventuell unnötige Strapazen oder auch Leid auf einer Reise zu ersparen.

Traurig, aber wahr: sind die Ohren von Milben befallen, werden sie im Senegal kurzerhand abgeschnitten. Dabei reicht schon Hygiene aus, denn eine Waschung mit Seifenwasser hilft sofort. Wir haben so manchem Hund mit einem antibakteriellem Spray helfen können, wie hier der jungen Schäferhündin Sunday in Zighuinchor. Leider wissen wir, dass dies nur eine kurzfristige Linderung gibt, denn die Hunde sind zwar Statussymbol, verkümmern aber körperlich wie auch seelisch durch falsche Haltung.
Von NexGard Spectra sind wir absolut überzeugt. Das Präparat gibt es für alle Gewichtsklassen und sogar schon für Welpen. Auf unseren Reisen geben wir so manchem Straßenhund eine Tablette, die gegen Ekto- sowie Endoparasiten hervorragend und für mehrere Monate wirkt.

Vorbeugung und First Aid

Ganz wichtig sind alle vorbeugenden Medikamente, vor allem gegen Ekto- und Endoparasiten. Absolut hervorragend ist das Präparat NexGard Spectra. Es ist verhältnismässig teuer, dafür aber auch lange wirksam. Gegen Zecken und Fliegen helfen Exspot oder Frontline und das Präparat Advocate ist sehr wirkungsvoll gegen Herzwürmer und Würmer aller Art, die schon im Mittelmeerraum eine Gefahr für deinen Hund sind. Advocate dient auch zur Vorbeugung von Herzwurmerkrankung und für die Behandlung von Haarlinge, Milben, Krätze Milben, Demodex, Spul-und Lungenwürmer. Die Behandlung mit Advocate verhindert einen weiteren Flohbefall für 4 Wochen.

Schon in Südeuropa ist die Gefahr von Herzwürmern groß, die Larven werden von Stechmücken übertragen. Davor schützt das Präparat Advocate wirksam. Es wird in flüssiger Form als Spot-on auf die Haut im Bereich des Nackens aufgetragen.

Zusätzlich haben wir natürlich für alle kleinen und größeren Erkrankungen Mittel dabei, zum Beispiel Augen- und Ohrentropfen, Canikur Pro-Tabletten bei Resorptionsstörungen, Schmerz- und Beruhigungsmittel, Desinfektionsmittel und Entzündungshemmer, sowie Antibiotika. Grundsätzlich gilt für alle Medikamenten, dass ihr immer auf die genaue Dosierung achtet!

Einmal-Hautklammergeräte zur Erstversorgung (!) gehören unbedingt in die Hunde-Reiseapotheke. Oberflächliche Biss- und Risswunden lassen sich bei glatten Wundrändern damit gut verschließen und das Gerät kann ohne Narkose eingesetzt werden. Aber Vorsicht: stark blutende, tiefe Wunden dürfen wegen der Verblutungsgefahr nicht damit verschlossen werden, weil die Wunde unter der Haut weiterbluten kann.

Verletzungen

Verbandsmaterial gehört natürlich in jede Reiseapotheke, von einfachen Pflastern, Mull- und Kühlkompressen über Hautklammergeräte bis hin zu Schutzsocken bzw. Medical boots. Verletzungen bleiben leider nicht aus. Schon eine scharfkantige Muschel kann beim Toben am Strand böse Pfotenverletzungen verursachen. Nicht ausreichend behandelt, kann so eine Pfotenverletzung ein wochenlanges Handycap sein, jeder Spaziergang muss abgekürzt werden und die schönen Wanderungen, die man eigentlich für unterwegs geplant hatte, fallen ins Wasser. Also besser, man hat das richtige Verbandsmaterial dabei. Oft kannst du aus deiner eigenen Apotheke aushelfen, zum Beispiel mit Pinzetten, Verbandsmaterial oder Einweghandschuhen. Am besten solltet ihr einfach alles dabeihaben, denn es ist, wie es ist: ein Unglück passiert meistens dort, wo es keine Hilfe um die Ecke gibt.

Überall lauern Gefahren! Auf Tour ist das Risiko einer Verletzung für Hunde groß und dort, wo wir am liebsten sind, nämlich in der Einsamkeit, können nur wir unseren Freunden helfen.

Andere Länder, andere Sitten

An einsamen Stellplätzen lassen wir unsere Hunde frei laufen. Doch schon in den ersten Wochen unserer Afrikareise mussten wir schmerzhaft erfahren, dass die örtlichen Hunde ein anderes Verhalten zeigen, als wir es aus Europa gewohnt sind. Ayla wurde in der Westsahara von einer Hündin blitzschnell gebissen und wir haben es zuerst gar nicht mitbekommen. Die Hündin lebte bei einem der vielen Grenzpolizisten an einem einsamen Kontrollposten am Strand und hat sehr energisch und unmittelbar ihr Terrain verteidigt. Im Nachhinein wissen wir um die Strassenhunde und deren täglichem Kampf um‘s Überleben und wundern uns nicht mehr über ein solch aggressives Verhalten.

Eine Hündin in der Westsahara: Straßenhunde verteidigen resolut ihr Terrain und kann zu einer unerwarteten Beisserei zwischen den Vierbeinern kommen. Auch Krankheiten werden bei einem Kontakt übertragen.

Klima

Nicht alle Hunde vertragen extreme Temperaturen oder hohe Luftfeuchtigkeit. Wer schon einmal über Wochen jede Nacht seinem hechelnden Hund zuhören musste, weiß, wovon ich spreche. Wir Menschen sind in der Lage, uns durch Schwitzen herunterzukühlen, unsere Hunde nicht. Wenn es zu heiß wird, kannst du deinem Hund mit einer feuchten Abreibung helfen. Im Handel gibt es auch Kühldecken, die ohne Strom und Kühlschrank (!) funktionieren.

Gerade in heißen Ländern verursacht das Laufen auf aufgeheizten Straßenbelag, Steinen, im Staub oder im Sand rissige, trockene und spröde Ballen. Eine Pflege ist schwer, da Crèmes und Öle noch mehr Staub an den Ballen haften lässt und die Hunde die Pflegeprodukte ablecken.

Soweit die Pfoten tragen

In trockenen und heißen Regionen können sich die Ballen extrem verändern. Die Pfoten trocknen aus, die Ballen sind spröde, rissig und brauchen zusätzliche Pflege. Hier gibt es eine Vielzahl von Produkten. In der Not hilft auch einfach etwas Olivenöl. Ein Nachteil von Sandböden ist, dass sich die Krallen nicht mehr ablaufen und außerdem ist es für alte Hunde sehr anstrengend und Kräfte zehrend, durch den tiefen Sand zu laufen. Die Zehen spreizen sich dabei, sodass die Pfoten aussehen, wie Entenfüße.

Ein Spaziergang am Meer bringt nicht nur Abkühlung. Das Salzwasser pflegt spröde Ballen und wirkt auch gegen Parasiten.

Erste-Hilfe im Rucksack

Natürlich suchen wir jede Gelegenheit für ausgedehnte Wanderungen. Oft geht es dabei über Stock und Stein. Für alle Fälle haben wir nicht nur für uns, sondern auch für die Hunde eine Erste-Hilfe-Tasche dabei. Geröll kann die Ballen aufschneiden, beim Durchqueren eines Wildwassers können auch Hunde auf den glatten Steinen ausrutschen, oder der Sprung vom Felsen ist zu übermütig und der Lauf ist gestaucht. Unsere Hunde haben sich auf Tour schon solche Verletzungen zugezogen, dass wir sie über lange Distanz tragen mussten. Im Handel gibt es praktische Tragetücher in kleinem Format, die in jeden Rucksack passen.

Eine Erste-Hilfe-Tasche ist immer in unserem Gepäck, damit sind wir im Notfall der sicheren Seite.

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