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Frankreich : Ver- und Entsorgung

Wer an Frankreich denkt

…der denkt an Gourmetparadies, Wochenmarkt, Savoir Vivre, vielseitige Landschaft, famose Weine und vieles mehr. Auf unseren zahlreichen Frankreichbesuchen mit PKW haben wir die romantischen Seiten der Regionen immer schnell und problemlos erreichen können, oftmals konnten wir direkt neben den Marktständen oder im Innenhof des Schlosshotels parkten.

Die erste Frankreichtour mit unserem Traveltiger gestaltet sich doch etwas anders, denn wir fahren nun zum ersten Mal die XXL-Märkte in den Gewerbegebieten an, zwecks einfacher Parkmöglichkeit, aber auch, weil wir nun eher für mehrere Tage einkaufen wollen. Viele historische Innenstadtbereiche meiden wir zudem mit unserem 13-Tonner und ein ,kurzer Stopp‘ dehnt sich automatisch auf ,lang‘ durch oftmals stressiger Parkplatzsuche und dem umständlichen Ein- und Ausladen der Hunde.

Übrigens: mancher Besuch, vor allem kultureller Orte, erübrigt sich sowieso durch die Hunde, die fast immer Zugangsverbot haben. Bis jetzt sind wir auch noch nicht damit happy, die Hunde unbeobachtet im Fahrzeug zurückzulassen.

Das Einkaufen geht Ayla oft nicht schnell genug, so nimmt sie selber das Steuer in die Pfoten.

Die XXL-Märkte

Unsere Tagesfahrten verbringen wir hauptsächlich mit der Suche nach einem passenden Stellplatz für den Abend (Online-Arbeitsplatz im Cockpit) oder mit der eines Ver- und Entsorgungspunktes. Die Versorgung, also das Einkaufen (außer Frischmilch, Papiertüten oder Bio-Produkten), ist ja gar kein Problem in Frankreich. Selbst in den einsamsten und verlassensten Dörfern gibt es zumindest eine Boulangerie. Und Intermarché, Carrefour, Auchan und die vielen anderen Kaufpaläste winken auf der grünen Wiese und bieten wirklich alles.

Nicht nur das Beladen nimmt Zeit in Anspruch, auch das Aufstellen der Leiter.

Auch in Frankreich haben in den letzten Jahrzehnten die großen Supermärkte immer mehr die Versorgungshohheit übernehmen. Verführerisch ist das vielfältige Angebot und lässt im ersten Moment jedes Gourmetherz höher schlagen, denn man kann immer nur staunen ob der Auswahl und der hohen Qualität, die in Deutschland kaum ein Feinkostladen bieten kann. Aber wer jemals in einem solchen Supermarkt war, wird sich ähnlich wie wir fühlen ob der Ohnmacht vor dieser gewaltigen Plastikflut. Diese Märkte, wie immer sie auch alle heißen mögen, sind eine Katastrophe in Sachen Umweltschutz, Plastikvermeidung und Nachhaltigkeit. Die Franzosen scheint es wenig zu stören, stehen doch die gigantischen Parkplätze vor den Konsum-Arenen bis an den Rand voll von den Einkaufskutschen der Besucher.

Ernüchternd! So haben wir noch nie eingekauft und wir werden in Zukunft unsere Lebensmittel hoffentlich weitestgehend direkt vom Erzeuger bekommen.

France, pays du plastique

Das Frankreich dem Plastik den Krieg angekündigt hat, davon ist nichts zu erkennen. Ganz im Gegenteil. Es gibt keine Papiertüten – auch nicht als Müllbeutel zu kaufen. Dafür Verpackungswahn, denn selbst die kleinsten Vertreter der umfangreichen, französischen Patisserieprodukte werden aufwendigst in überdimensionierten Kartonagen verpackt, als würde man eine Hochzeitstorte abholen.
(→siehe dazu auch unseren Beitrag Vive la France – Willkommen im Plastikland)

Wohin mit dem Restmüll?🤔

Wir stehen vor einem Dilemma, haben wir uns doch fest vorgenommen, auf unseren Reisen (Plastik-) Müll zu vermeiden.
Aber was wirklich zu einem Problem für uns Overlander wird, ist die Entsorgung des eigenen Hausmülls. Es gibt in Frankreich so gut wie keine öffentlichen Mülltonnen. Die Komunen bieten Müllsammelsysteme an, und Restmüll-Container können nur mit Chipkarte bedient werden. Als angemeldeter Einwohner gibt man einfach sein Päckchen Müll in die vorgesehene Klappe des Containers. Gott sei Dank übernimmt ein freundliches, englisches Couple unser kleines Müllbeutelchen mit auf seine Karte. Merçi beaucoup.

Das Drama ,Entsorgungsstation‘

Wirklich problematisch allerdings sind die Ver- und Entsorgungsstationen – EURO RELAIS – Stationen für Reisemobile. Wir brauchen Frischwasser und wollen unser Brauchwasser entsorgen.

EURO-RELAIS, die Ver- und Entsorgungsstationen für Campmobile in Frankreich. Oftmals sind sie ,Außer Betrieb‘ oder und in einem desolaten Zustand.

Wir haben angefangen, eine Strichliste zu führen: welche Relais-Station funktioniert und welche ,ne marche pas‘. Das Verhältnis liegt bei 4:1 – hört sich zunächst nicht weiter dramatisch an. Allerdings liegen zwischen der völlig verwahrlosten und schon seit langer Zeit sich außer Betrieb befindlichen Anlage bis zur nächsten Station oftmals viele Kilometer Fahrtstrecke. Das kostet Zeit und frustriert wirklich. Die Krönung: ein kostenpflichtiger Stellplatz. Endlich Wasser, jedoch ist der Wasserdruck so gering, dass wir mit zwei Befüllungen (!) à Euro 2,– zuzüglich der Stellplatz-Grundgebühr von Euro 5,– (für das Minimum 4 Stunden Parkdauer!) mit einem Zeitaufwand von 45 Minuten gerade mal knapp 80 Liter Wasser (!) in unseren 400-Liter-Tank gefüllt bekommen. Wir werden für unseren nächsten Frankreich-Besuch entweder eine Gieskanne 🤣 oder eine andere Lösung finden müssen – sicherlich sind Tankstellen eine Option.

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