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Vive la France – Willkommen im Plastikland

Reist man wie wir innerhalb weniger Tage zügig durch Frankreich, versäumt man leider die zahlreichen Märkte in den Dörfern und Städten, mit ihrem frischen Angebot und unverpackten Lebensmitteln – die man dort, am besten direkt vom Erzeuger, bekommt. Wer liebt sie nicht, diese bunten Marktstände mit den typisch französischen Angeboten von überwältigend vielen Produkten, die jedes Gourmet-Herz höher schlagen läßt.


Für den Großeinkauf von Lebensmitteln und Haushaltswaren gibt es die Hypermarchés, die Supermärkte in XXL-Format – schnelles Konsumieren und weiter. Entlang der Ausfallstraßen reihen sie sich aneinander, Carrefour, Auchan, Leclerc, Hyper U, Geant, Intermarché und Co., mit riesigen Parkplätzen und gigantischen Hallen. Wir hassen diese Läden, aber leider sucht man Biomärkte mit einem großen Angebot von unverpackten Produkten in Frankreich vergebens. Sicher gibt es sie – aber wo?

Kunststoff überall!

Wir leben wirklich in einer irren Welt. Ständig verfolgen mich die Bilder von mit Plastik übersäten Stränden, schwimmenden Plastikteppichen in den Ozeanen und monströsen Abfallhalden aus Plastikbergen, während ich mich mit meinem überdimensionalen Einkaufswagen durch die schier endlosen Gänge von mit Plastikverpackungen überfüllten Regalen schiebe. Plastik und Lebensmittel präsentieren sich hier in einer solch engen Verbundenheit, dass man glauben könnte, die Umweltzerstörung durch Plastik sei als Problem in Frankreich noch nicht erkannt, auch wenn die Presse wohl Gegenteiliges publiziert. Die Symbiose von ,Food and Plastic‘ gehört inzwischen zum gewohnten Bild. Bananen in Plastiktüten, die Gurke in der Folie oder ein paar vereinzelte Schinkenscheiben, die sich in einem Meer aus Plastik verlieren.

Der Plastik-Wahnsinn findet seinen Höhepunkt in den küchenfertig vorbereiteten Produkten, die im schlimmsten Fall noch einzeln verpackt angeboten werden. Ein absolutes No-Go für uns, und wir sind nach wenigen Tagen Frankreich völlig frustriert, scheint uns doch die Vermeidung von Plastikmüll auf unserer Reise unmöglich – und eine immer freundlich-stereotype Kassiererin fragt uns jedesmal gleichbleibend höflich, ob wir noch eine Plastiktüte benötigen.

In den französischen Supermärkten sieht man nur Kunststoff, überall! Sogar an der Kasse, als die Frau vor uns ihre Ware auf das Laufband türmte, sehen wir nur noch Plastik.

,Hüllenlos‘ im der Trend?

Die Supermärkte müssen endlich verstärkt den verpackungsfreie Einkauf anbieten, insbesondere im Obst- und Gemüsesortiment. Plastiktüten sollten endlich verboten werden. Mehrwegflaschen sind das Gebot der Stunde – nicht jedoch in Frankreich.
Von einer Wende zum Besseren hin ist in Frankreich nichts zu merken. Ohne ein schlechtes Gefühl wegen der Plastikflut sammeln die Kunden weiterhin Plastikverpackungen in ihren Einkaufswagen. Es gibt schließlich auch für Supermarktketten Alternativen: Läden, die Unverpacktes verkaufen. Damit schont man die Umwelt, vermeidet überdimensionierte Luftpackungen und Schadstoffe wie Weichmacher aus den Verpackungen.

Der zunehmende Plastikmüll, der weltweit die Meere verschmutzt oder die Anreicherungen mit Mikroplastik auch in französischen Gewässern sind besorgniserregend. Wir hoffen, dass wir auf unserer Reise endlich aus diesem System ausbrechen können. Wir werden sehen.

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