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The stars are ours to catch, lets go get them ✨

Diese Illustration entstand in der Zebrabar, Saint-Louis, Senegal, für meinen neuen Freund Khaled La alias El 3aryane. In unserer gemeinsamen Zeit während der ersten drei Monate der Corona-Pandemie haben wir unglaublich viele Kunstprojekte innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums verwirklicht. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes einmal durch ein anderes Universum geflogen und wieder unsanft zurückgekehrt – ins wirkliche Leben. Für einen kurzen Augenblick hatten wir tatsächlich Einsteins Wurmloch gefunden und eine andere Galaxy entdeckt.

Khaled alias El 3aryane
07. Februar 1992* – 03. Januar 2021†

-just love-

Breakfast-Club

Auf unserer geplanten Afrika-Umrundung hat uns Covid19 ziemlich heftig ausgebremst. Mehr als zehn Wochen verbringen wir – eine eingeschworene Gruppe unterschiedlicher Nationalitäten und Charaktere – in der Zebrabar. Die Landes- und Distriktsgrenzen Senegals sind geschlossen und wir sitzen alle mehr oder weniger freiwillig fest.

Wir waren verschworen – die Franzosen Nina und Rafael, Khaled aus Algerien, Frank – hier mit Khaled‘s Liebling, der kleinen Nora, Adoptivkind von Martin und Ursula Dürig – und ganz rechts Natalia mit ihrem geliebten Luis aus Spanien.

Da das Campement des Schweizer Ehepaars Martin und Ursula Dürig abgeschieden in dem Nationalpark Langue de la Barberie liegt, entschließen wir uns, gemeinsam die ersten ungewissen Wochen der Pandemie dort zu verbringen. Wir schirmen uns regelrecht ab, da der Park, und somit offiziell auch die darin liegende Zebrabar, seitens der Parkverwaltung geschlossen ist.

Dreieinhalb Monate in einem anderen Universum – gefangen durch das Confinment und doch absolut frei.

Zentrum der Energie

Khaled bildete mit Sicherheit den ruhenden Mittelpunkt und das Energiezentrum in unserer Gruppe. Er verbindet uns auch jetzt noch nach dem Auseinanderbrechen der Gruppe und nach seinem plötzlichen Tod – über unsere inneren und äußeren Grenzen hinweg.

Im Nachhinein bin ich froh, dass ich unser ganzes Arbeitsmaterial aufbewahrt habe. Ich werde für Dich weitermachen – und wie versprochen, Dein Werk weitertragen und publizieren.

Ausdrucksstark – the great performer

Für mich war es ein Glücksfall, wir mussten uns einfach begegnen. Auch wenn er immer wieder betonte, ich lebe seine Träume, so ist er doch mein Impuls und großer Lehrmeister mit seiner mitreißenden Kreativität und seiner positiven Lebenseinstellung. Alles war ihm unwichtig, alle Zänke und Missstimmungen, alle äußeren unwichtigen Ablenkungen. Nur sein kreativer Gedanke sowie die unmittelbare Umsetzung in eine Kunstform zählte für ihn.

Er hat uns alle mitgerissen und in seinen Konzepten als unersetzbare Bausteine eingefügt. Wir waren sein gestalterisches Material, welches er als El 3aryane zu etwas weitaus Größerem verwandelt hat. Während unserer 14 Wochen Zebrabar ist so unglaublich viel künstlerisches Potential von einer Gruppe in Artworks und Projekten umgesetzt worden, wie ich es in den 16 Jahren Kulturarbeit in meiner Kunstgalerie nicht erlebt habe!

Khaled hat uns alle in seine Projekte eingespannt, wir waren seine Protagonisten in seinen Inszenierungen. Er war ein großartiger Regisseur und es hat uns unglaublich viel Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten.

Vielleicht verspürte Khaled unbewusst einen Druck, seine Chance in der ungewollten Diaspora nutzen zu müssen, denn auch für ihn war es das erste Mal in seinem Leben, so umfassend und ungestört seinem kreativen Energiestrom zu folgen.

Selbstbewusst, charmant, intelligent, gebildet, kreativ und sexy!
Und schon wieder ist Dein Reißverschluss offen — simply to big! hast Du immer lachend geantwortet, wenn man Dich darauf hingewiesen hat.
Khaled alias El 3aryane | 17. Februar 1992* – 03. Januar 2021†

You have widened my hunger for more.

-we are all energy-

Nachruf

Geliebter Khaled,
die Nachricht von Deinem plötzlichen Tod hat uns tief bestürzt. Ich bin ins Bodenlose gefallen. Es ist für mich unfassbar, dass Du nicht mehr bei uns bist. Nach unserer gemeinsamen Zeit im Senegal musstest Du zurück nach Casablanca, wo Du wieder gearbeitet hast. Der schnöde Mammon hat Dich wieder gefangen, unsere ehemalige kulturelle Oase Zebrabar nur noch eine entfernte Fata Morgana. Dein Traum, die Welt zu bereisen und als Philosopher-Artist berühmt zu werden, ist zu vorbei.

Wir wissen nicht, was Dir zugestoßen ist. Freunde haben Dich am 03. Januar 2021 tot in Deinem Apartment gefunden. Du hast Deinen Freunden so sehr von unserer gemeinsamen Zeit vorgeschwärmt, dass sie uns Gott sei Dank benachrichtigt haben. Danke Alicia, Nassila, Tahiya und alle anderen, dass ihr mich in Euren Kreis aufgenommen habt. Leider hat jedoch niemand nähere Informationen über die Umstände Deines Todes – auch von Deiner Familie in Algerien erfährt man nur, dass Du wahrscheinlich an einem Herzinfarkt gestorben bist.

Unser Komplize Orion

Vom Aussichtsturm der Zebrabar hast uns mit unserem Spektiv den atemberaubend schönen Sternenhimmel über dem Parc National de la Langue de Barberie erklärt und wir sind mit Dir auf dem Mond spazieren gegangen. Jetzt endlich kenne ich Orion! Du hast uns die Sternbilder gezeigt und von der griechischen Mythologie erzählt, die Geschichten von Cassiopeia, Cepheus, Perseus, Andromeda und Walfisch, hast mit uns philosophiert, über Gott, Götter, Philosophen, die Welt und: die Kunst.
Khaled, Du Künstler-Philosoph.

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