Dem schrecklichen Knarren und Quärksen, dass wir nun seit unserer Abfahrt von Saint-Louis hören, wollen wir nun endlich auf den Grund gehen.

Wir bringen unserer Fahrerkabine in Schwingung, denn wir fokussieren das Geräusch auf den Bereich der Vorderachse, genauer gesagt, auf die Beifahrerseite. Eine Vermutung haben wir schon: wir tippen auf die Verriegelung des Fahrerhauses.

Man at work––Spurensuche.

Nachdem wir alle schweren Teile aus der Kabine geräumt haben, kippen wir das Fahrerhaus ab. Was wir sehen, erschreckt uns regelrecht. In den dreieinhalb Monaten, die wir während des Confinements in der Zebrabar verbracht haben, stand der Tiger mit der Beifahrerseite parallel zum Atlantik und der überwiegend von Nordwesten kommende, starke Wind blies permanent schräg von der Seite Sand, Staub und Salz auf alle offenliegenden Teile. Eine brauner, pappige Schicht hat sich auf alles abgelegt.

Nach dreieinhalb Monaten Zwangspause mit permanentem Wind gemischt mit Staub und Salz sehen unsere Fahrzeugteile schrecklich aus. Die Verriegelung der Fahrzeugkabine hat es übel getroffen.

Putzen und fetten

Alles wird nun gründlich abgewaschen und neu gefettet, das war auch dringend nötig. Nachdem wir mit allem fertig sind, verriegeln wir die Kabine wieder und sind nun ziemlich sicher, dass die Ursache an einer fehlerhaften Verriegelung lag. 

Beim weiteren Check-up fällt uns ein tiefer Schnitt in der Kunststoffverkleidung der Kabine auf, dort, wo der Drehpunkt liegt. Auf der Beifahrerseite sind bei verriegelter Kabine die Verkleidungen direkt übereinander, auf der Fahrerseite hingegen ist ein Spalt von mehr als einem Zentimeter. Wir können uns diesen Unterschied nicht erklären. 

Wie eine Schnittwunde sieht die Stelle aus, an der die übereinander liegenden Schutzverkleidungen aufeinander gestoßen sind.

In den Facebook-Gruppen der 4×4-Camper, die wir zum Informationsaustausch regelmäßig nutzen, bekommen wir viele Rückmeldungen sowie die Frage nach einem Unfall, der diese Differenz in den Spaltmaßen verursacht haben könnte. Da dies auszuschließen ist, wird es doch an der Verriegelung liegen, die diesen Schaden verursacht hat. Frank wundert sich nur sehr darüber, warum ihm der Bord-Computer die fehlerhafte Verriegelung nicht angezeigt hat. Ein Reisender hat dazu Erklärungen für uns. Er beschreibt die empfindlichen Sensoren, die durch den Staub fehlerhaft reagieren können und er gibt uns den wichtigen Hinweis, dass sich bei extremer Hitze das Hydrauliköl ausdehnt und entriegelt, wenn der Schalthebel der Verriegelung auf der Position ,Hochfahren’ steht.

In Zukunft werden wir immer vor Abfahrt die Kabinenverriegelung checken.

Kontrolle ist besser

Wir werden in Zukunft immer beachten, dass sich der Schalter in der Position ,Absenken’ befindet. Abgesehen von einer Beschädigung am Fahrzeug ist es lebensgefährlich, mit einer fehlerhaft verriegelten beziehungsweise überhaupt nicht verriegelten Kabine zu fahren! Bei einem heftigen Bremsmanöver kann die Kabine kippen und ein Unfall kann tödlich sein.

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