Afrika Senegal Tour Travel

Ein Jahr Senegal

Wer hätte das gedacht, damals bei unserer Einreise über den Grenzübergang Diama von Mauretanien in den Senegal, dass sich die Grenzen um uns herum nur wenige Tage später für mittlerweile ein ganzes Jahr schließen würden! An unserem Jahrestag ist uns jedoch nicht zum Feiern zumute, denn unser Frust ist groß, haben wir uns unser Afrika-Abenteuer so nun doch nicht vorgestellt.

Bei unserer Einreise in den Senegal vor genau einem Jahr planten wir einen Monat für die Durchreise.

Unsere aktuelle Situation ist miserabel

Eine Weiterreise durch einige Länder, die auf unserer Südroute nach Namibia und Südafrika liegen, ist nach einem Jahr Pandemie und Beschränkungen noch gefährlicher geworden als es ohnehin schon war. Die wirtschaftliche Lage in vielen Ländern Afrikas hat sich enorm verschlechtert und dazu kommen auch noch klimabedingte Missernten, Korruption und kriegerische Konflikte machen unsere Situation nicht einfacher.

Weder vor noch zurück

Zur Zeit können wir auch nicht nach Deutschland zurückfahren, da die aktuelle Lage in Marokko dies nicht zulässt. Aus Sorge vor den Corona-Mutanten schottet sich Marokko fast komplett vom Rest der Welt ab, die Sonderfähren wurden ohnehin schon eingestellt und aufgrund politischer Differenzen im Zusammenhang mit dem Westsahara-Konflikt hat Marokko auch noch zu allem den Dialog mit Deutschland abgebrochen.

Unruhige Zeiten in Senegal – wir halten uns weiterhin ,bedeckt‘.

Nach Hause?

Eigentlich wollten wir jetzt nach Dakar aufbrechen, eventuell sogar Gambia dabei passieren, um uns vor Ort um Verschiffung und Rückflug zu kümmern. Aber die Berichte über Demonstrationen, Unruhen, blutigen Straßenkämpfen mit vielen Toten in den Städten Senegals machen dies nun auch erst einmal unmöglich.

Free Senegal!

Unter diesem Motto sind wegen der Inhaftierung des Oppositionspolitikers Ousmane Sonko viele, meist junge Leute in den Straßen unterwegs. Hauptsächlich richtet sich ihr Missmut gegen den amtierenden Präsidenten Macky Sall, dem man den ,Ausverkauf‘ Senegals vorwirft. Es geht um kostbare Fischereirechte und natürlich Bodenschätze. Vor allem aber demonstrieren die jungen Menschen für mehr und bessere Ausbildung, sie fordern mehr Studienplätze und gute und sichere Arbeitsplätze. Das soziale Netzwerk im Senegal bilden noch immer die starken Familienstrukturen, die der ganzen Gesellschaft Halt und Fürsorge gibt. Ohne Job und ohne Geld kann ein junger Mann hier jedoch nicht heiraten, das System gerät damit aus den Fugen. Der Reichtum Senegals, so die jetzt fordernde und kämpferische Stimme des Volkes, kommt nicht bei ihnen an.

Ein Jahr Corona im Senegal

Nach einem Jahr der Einschränkungen sind die Menschen am Ende ihrer finanziellen Möglichkeiten. Der Senegal lebt hauptsächlich vom Tourismus und viele Hotels, gerade die großen Global Player wie Club Med, machen auch dieses Jahr erst gar nicht auf. Viel Unterstützung und Hilfe kommt tatsächlich aus dem Volk selbst. Solidarität, Respekt und Hilfe sind Worte, die ein Senegalese mit Leben füllt. Trotz des praktizierten ,Teranga‘, was „willkommen“ bedeutet und die Werte der Gastfreundschaft, des Teilens und der Solidarität der Senegalesen beschreibt, sind die Menschen jetzt unzufrieden – und hungrig!

  1. Klaus Haller

    Ein sehr interessanter, frustrierender aber ehrlicher Bericht. Hier und da lese ich Blog- Berichte von Reisenden. In der Regel sind sie alle sehr blumig geschrieben, alles ist stets bestens, überwältigend und toll.. Wir wissen das es nicht so ist und so eine Reise auch mal Negatives oder Gefahren mit sich bringt. (Eigene Reiseerfahrungen mit einem 11.9 Tonner) Vielen Dank für den Bericht. Ich drücke Euch die Daumen das Eure Reise bald wunschgemäß weiter gehen kann. Haltet durch !
    Beste Grüße
    Klaus

    • Heike Krüger

      Lieber Klaus,

      Dein Kommentar tut uns sehr gut! Danke dafür. Es stärkt unseren Mut, häufiger die Seite zu beschreiben, die nicht so hübsch anzuschauen und Good-Selling ist. Es gibt so viel zu erzählen und zu zeigen, nach einem Jahr vor Ort. Wir sind allerdings auch Gäste in diesem Land, und es liegt uns fern, auch nur einem dieser liebenswerten Menschen ,auf die Füße zu treten‘.
      Seid ihr noch unterwegs? Wo kann man Euch folgen? Wir finden Euch nicht über die angegebene Webadresse?
      Danke für Eure guten Wünsche – es gibt immer einen Weg. Bleibt gesund! Heike und Frank

  2. Hi Heike and Frank
    I have just been going though my laptop and found the short film I made when you were in Morocco last year and was wondering how you are. Judging from your blogs you managed to stay in your truck during all of this pandemic madness. Hopefully you will be free to carry on traveling.
    I have been locked down in Central Portugal, my son is in Germany and still at school
    All the best
    https://vimeo.com/389274710

    • Heike Krüger

      Yes dear Hugh !!!
      How wonderful to hear from you.
      Well, our Africa tour came to an abrupt end in Senegal at the beginning of March. What luck that we decided against a longer stay in Mauritania, otherwise we would still be stuck in Mauritania🙈. Five days after we arrived in Saint-Louis, the borders were closed! Three months later, the district borders were opened and at least we could visit Senegal. We have been in Casamance since November, where there is officially no corona case. We can’t go back either, because Morocco is spinning and completely isolating itself. Shipping our vehicle to Europe is the last option for us. All friends envy us for our free and unrestricted life here. Here is normal everyday life, the people are incredibly friendly and lovable, we feel very well cared for here. Return? For what? Germany is a madhouse – what should we do there?
      Dear Hugh, I hope you are well, stay healthy and best regards to your son. Happy Easter and I hug you! We may see each other in Portugal.
      All the best, your Heike, Frank, Ayla, Aster and Joda

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.