Hunde auf Tour

Hundefutter auf Reisen

Für unsere vierbeinigen Begleiter bedeutet eine lange Reise, genauso wie für uns, Futterumstellung.
Schon nach wenigen Kilometern fern von der Heimat bekommt man nicht mehr das gewohnte Futter zu kaufen. In Europa kann man sicher problemlos reisen, je nachdem, wie anspruchsvoll der Hund in seinen Essgewohnheiten ist. 😉 🍷

In Frankreich ist ein ausgewogene Ernährung für uns alle sehr einfach 😋🤣

Viele Hunde haben Unverträglichkeiten und bekommen spezielles Futter. Eine einmalige Futterumstellung ist für die meisten Hunde kein Problem, doch wenn man nicht einige Pakete des gewohnten Futters in Reserve mit dabei hat, kommt es auf Reisen schnell zu einem ,Futter-hopping‘ – und permanenter Futterwechsel kann Verdauungsstörungen auslösen. Je nachdem, wie strapaziös die Reiseroute ist, kann Durchfall und Erbrechen für alle an Bord eine starke Belastung und auch eine langwierige Angelegenheit werden.

In Europa ist die Futterversorgung kein Problem, auch wenn man vielleicht auf ein anderes Produkt zurückgreifen muss. Hauptsache, es schmeckt!

Schlaraffenland Europa

Die gute Ernährung unserer Hunde ist uns sehr wichtig. Eine unserer größten Sorgen vor Reisebeginn galt der Futtermittel-Versorgung und wir hatten Bedenken, dass unsere Reise in Entwicklungsländer ein mittleres oder auch großes Problem wird – auch und gerade für unsere Hunde. In Europa haben wir kein einziges Mal Versorgungsprobleme erlebt. Die Preise variieren schon gewaltig, aber bisher haben wir in allen von uns bereisten europäischen Ländern Hundefutter bekommen.

Italienische Spezialitäten? Auch beim Picnic sind wir ein starkes Team! 😋

Es ist leider so, dass der Stellenwert des Hundes innerhalb der Gesellschaft sehr mit deren Wohlstand in einem untrennbarem Verhältnis stehen. Dem entsprechen gibt es Hundefutter zu kaufen – oder auch nicht 🤷‍♀️. Und wo es kein Hundefutter gibt, da gibt es in den Supermärkten natürlich auch keine weiteren Produkte für den Hund, Hundeleckerchen adieu.

Natürlich fällt auch immer noch ein bisschen was ab – im Baltikum haben wir uns keine Gedanken über die Futterversorgung unserer Hunde gemacht.

Hundefutter? In Entwicklungsländern?

Je weiter wir in den Süden kamen, umso teurer wurden auch die Futtermittel. Vor unserer Afrikareise haben wir also schon in Koblenz einen großzügigen Teil der Heckgarage für die Futtersäcke an unsere Hunde abgetreten und waren sehr sparsam mit dem Verbrauch.
Direkt nach der ersten Landesgrenze haben wir neues, unterschiedliches Futter ausprobiert, um nicht schon in Europa an unsere Vorräte zu gehen. In Portugal bekommt man noch hochwertige Produkte, jedoch mit einen Aufschlag, da es sich um importierte Ware handelt.

Hunde in muslimischen Ländern

Unser Weg führt über Marokko, Mauretanien in den Senegal, wo wir durch die Pandemie insgesamt 17 Monate festsitzen. Im Senegal sind 90 Prozent der Bevölkerung Muslime. Der Koran sagt, dass man barmherzig zu den Tieren sein muss und sie behandeln soll, wie man auch Menschen behandelt. Allerdings sind im Islam nicht alle Tiere gleich, Hunde und Schweine gelten als unrein.

Schweine am Strand vor dem einzigen Restaurant des Ortes. Hier kämpft jedes Tier täglich um‘s Überleben. Es liegt soviel Müll in den Straßen, dass auch unsere Hunde leider immer wieder etwas aufnehmen. Mit der Zeit werden wir dabei entspannter.

Wir waren im Senegal mit unseren Hunden fast überall willkommen, einige Menschen haben jedoch extreme Berührungsängste oder sogar große Angst vor unseren Hunden. Manche Situation war schon sehr anstrengend, gerade die Taxifahrten in Dakar waren problematisch, der Transport unserer Hunde wurde immer aufwendig diskutiert – um den höchstmöglichen Preis zu erzielen 😉😜 – am besten noch für eine Grundreinigung der schmutzigen Taxi-Gurke! Klar, dass sich hier niemand um Hundefutter Gedanken macht!

Bevorratung

Unsere Reise nach Westafrika dauerte, Corona bedingt 19 Monate. Wir waren in Regionen unterwegs, wo es überhaupt kein Hundefutter zu kaufen gibt. Die einzigen Supermärkte sind in den großen Städten zu finden, wo wir auf Vorrat kaufen.

Vorsicht bei der Lagerung!

Noch unerfahren haben wir die Futtersäcke unverpackt in der Heckgarage verstaut. Sicher lag es auch an der Länge unserer Standzeit an manchen Orten durch unseren Corona-Zwangsaufenthalt im Senegal. Es hat nicht lange gedauert und die Futtersäcke sind von Mäusen angefressen worden.

Während der ersten viereinhalb Monate im Senegal waren wir durch Corona festgesetzt. Gott sei Dank gibt es in Saint-Louis einen Supermarkt, der Hundefutter verkauft. Solange es noch etwas gibt, wird alles gekauft!

Noch schlimmer als das ist jedoch die Tatsache, dass wir uns unbeabsichtigt mit den verpackten Produkten aus den Supermärkten Ungeziefer mit in unseren Traveltiger geholt haben. Kakerlaken können in jeder kleinsten Falte der Verpackungen sitzen und ein winziges Loch im Beutel ist schon fast ein Garant für einen Käferbefall!

Keine Bedenken mehr vor Knochen 🦴- wir alle sind in Afrika etwas widerstandsfähiger geworden 😉.

Ernährung

Je weiter es für uns in die geliebte Wildnis geht, um so sicherer ist die Tatsache, dass es kein Hundefutter zu kaufen gibt. Wenn es kein Trockenfutter mehr gibt, muss alternativ gefüttert werden. Für unsere Hunde ist mittlerweile eine Umstellung gar kein Problem mehr. Wir füttern unseren Hunden quer durch das Angebot, ob Fleisch oder Fisch mit Nudeln, Reis und Gemüse, oder einfach vermischt mit unseren left-overs vom Vortag.

Nach 17 Monaten im Senegal haben wir uns an den Anblick der Metzgereien gewöhnt. Manchmal ist das Fleisch sogar ausgezeichnet und ein gleichwertiges Stück würde bei unserem Bio-Laden ein Vermögen kosten. Das Fleisch wird jedoch mit der Machete grob zerhackt und zischen den einzelnen Teilen kein Unterschied gemacht.

Kochen für den Hund

Für uns ist es schon immer ganz normal, dass wir für unsere Hunde kochen. Natürlich gibt es auch bei uns Trockenfutter, doch unsere Köterchen bekommen immer ihren Anteil von unserem Menschenfutter, sogar Hundepizza haben wir schon gebacken.

Da wir eine große Gefriertruhe im Traveltiger haben, können wir auf unserem Weg Angebote wahrnehmen und frieren die Produkte direkt portionsweise ein. Fleisch und Fisch gibt es reichlich im Senegal und ist für unsere europäischen Verhältnisse günstig. In jeder Straße findet man mindestens einen Metzger und an der Küste kann man fangfrischen Fisch direkt bei den Fischern kaufen.

In den ländlichen Regionen Senegals gibt es die typischen Boutiquen, winzige Supermärkte, die alles rund um den täglichen Bedarf der Senegalesen abdecken. Nur kein Futter für Hunde.

Nach unserer Afrika-Tour waren unsere Hunde nicht mehr wählerisch und haben einen sehr robusten Magen entwickelt. Gefressen wird alles, was der Speiseplan – und die abgescannte Umgebung – hergibt😉. Mittlerweile lassen wir ihnen ihre Beute ohne Bedenken, denn ob Knochen oder auch Fischgräten: sie haben alles sehr gut vertragen.

In Afrika haben wir sogar unsere Sorge über Bord geworfen, dass unsere Hunde bei ihrer Suche etwas Fressbares finden, by the way . 🙈 Leider gibt es fast überall keine Müllentsorgung und die Abfälle landen oft neben dem Haus.

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