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Yoda – die Macht ist mit Dir!

Die erste Begegnung

In den Filmtrilogien Star Wars ist über die wahre Herkunft des Großmeisters Yoda nur sehr wenig bekannt. Auch wir können nur vermuten, wo unser kleiner Findling herkommt, der uns wegen seiner übergroßen Ohren und seinem zierlichen kleinen Körper an die Filmfigur erinnert.
Mutterseelenallein, hilflos, völlig dehydriert und schrecklich abgemagert stand der kleine Welpe mitten im Dreck und Müll, zu schwach um zu laufen. Vielleicht ist seine Mutter eine der vielen streunenden Straßenhündinnen, oder man hat den Welpen kurzerhand ausgesetzt und sich selbst überlassen, ein durchaus übliches Verfahren im Senegal, um einen lästigen Wurf von Katzen oder Hunden zu ,entsorgen’.

Ausgehungert, dehydriert und voller Parasiten, in diesem elendigen Zustand haben wir den kleinen Yoda sprichwörtlich aus dem Müll gezogen.

Schon unser erstes Zusammentreffen hat etwas mit der Macht zu tun, die man mit Logik nicht erklären kann und die uns dennoch unsichtbar führt und Dinge geschehen läßt. Die einen nennen es Zufall, die anderen Schicksal. Für Yoda jedenfalls war es ein übergalaktisches Glück und eine Frage von Sekunden, uns zu begegnen oder nicht. Eines aber ist sicher, den nächsten Tag hätte er wahrscheinlich nicht erlebt.

Das erste Bild von Yoda, ein Flohmonster mit Milbenbefall, Zecken, Mangowürmern und einer tüchtigen Portion Endoparasiten.

Erstversorgung

Natürlich nehmen wir uns dem circa acht Wochen alten Welpen an, wir füttern das kleine Männlein als allererstes, dann waschen wir ihn und geben ihm alle Mittel gegen Endo- und Ektoparasiten. Sein kleiner Körper wimmelt vor Flöhen und Zecken und die Ohren sind schon stark mit Milben befallen. Überall an den Pfoten, den dürren Beinchen und am Bauch hat er Beulen von den Mangowümern, die wir ihm ausdrücken müssen. Eine schmerzhafte Prozedur. Doch der winzige Hund läßt alles tapfer über sich ergehen. Danach überschütten wir ihn mit Liebe – und von Anfang an ist für uns klar, dass wir ein neues Familienmitglied haben.

„Tue es, oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen.“ — Yoda

Nachdem Yoda etwas Futter hatte, muss er zuerst ein Bad über sich ergehen lassen.
Völlig erschöpft ist der circa acht Wochen alte Welpe.
Sprichwörtlich in allerletzter Sekunde haben wir Yoda gefunden, die Nacht hätte er in der Wildnis wohl kaum überlebt.
Todmüde schläft der Kleine in den ersten sauberen Decken seines Lebens ein.

Im Sturm unsere Herzen erobert er und um den Finger er wickelt auch Ayla und Aster – der Großmeister der Macht! Der kleine Welpe mit den großen Ohren wahnsinnig leicht es uns macht und stubenrein von Anfang an er ist! Alles ohne Zögern er frisst und zunehmen und stark werden er will!

„Größe ist nicht alles, hm? Die kleinere Truppe wir sind. Dafür größer im Geist.“ — Yoda zu den Klonen

Eine Umgewöhnung ist es schon für unsere beiden alten Damen, doch Yoda macht es ihnen super leicht und benimmt sich von Anfang an großartig.
Yodas erste Taxifahrt. Von Anfang an nehmen wir ihn überall mit hin. Er meistert alles mit Bravur.

„Dennoch, die Zukunft aller Jedi ungewiss ist.“ — Yoda

Yoda de Diembéring

Die Zukunft können wir nicht schauen, aber das Hier und Jetzt ist uns gewiss. Yoda bleibt und macht uns jeden Tag Freude! Sprichwörtlich hängt er uns am Rockzipfel und folgt uns schon mit seinen wenigen Wochen überall hin. Mittlerweile ist er in ganz Diembéring und auch Cap Skirring bekannt und entwickelt sich prächtig. Unsere Rechèrche hat uns wirklich überrascht. Wir haben sprichwörtlich einen Schatz gefunden! Yoda ist ein reinrassiger Laobé.

Ein wunderbarer Begleiter ist Yoda und macht uns alle sehr glücklich.

Laobé – Der gelbe Hund Westafrikas

Ein echter Laobé ist der kleine Yoda! Der manchmal auch als gelber Hund bezeichnete Laobé ist ein vielseitiger Hund aus Westafrika. Als Hund alten Ursprungs hat er seinen Namen von der ethnischen Bevölkerungsgruppe der Laobes, die er schützte und vor Gefahren warnte. Er war ihr geliebter und treuer Begleiter und in jeder Familie zu finden. Wie die Basenji in Zentralafrika oder die Africanis im südlichen Afrika soll er von den Hunden des alten Ägypten abstammen. 

Erster Großausflug mit Übernachtung, Frühstück und endlosem Warten auf ein Taxi – Yoda ist absolut easy.

Der Laobé ist ein vielseitiger Hund, der ursprünglich von der Bevölkerung Westafrikas für die Jagd und Bewachung von Eigentum, Familien und Herden ausgewählt wurde. Mit der Kolonialisierung kam seine Ablehnung und er wurde halb-wild.
Die ländliche Bevölkerung Westafrikas hielt den Laobé sowohl aus praktischen als auch aus mystischen Gründen und er hatte die Aufgabe wilde Tiere fern zuhalten, die Herden zu bewachen, aber auch seinen Herrn vor mystischen Gefahren zu schützen.

Absolut gelassen ist dieser junge Hund allem Neuen gegenüber und sein tadelloses Benehmen macht uns sprachlos.
Traumhafte Kulisse mit Traummann und Traumhund.

Laut lokalen Glauben, haben die Laobé die Fähigkeit, durch die Dunkelheit zu sehen und böse Geister zu erkennen, die in der Nacht erscheinen. Er wurde daher sowohl materiell als auch geistig als Beschützer der Familien angesehen.

Yoda erobert unsere Herzen im Sturm und hat uns schon alle um den Finger gewickelt.

Vor der Kolonialisierung verwöhnt und respektiert, ist er heute im Wesentlichen ein halbwilder, streunender Hund, der ein Gebiet von Niger bis Senegal abdeckt. Der ländliche Exodus, der Niedergang des traditionellen afrikanischen Glaubens und der Fortschritt des Islam erklären zweifellos diese Veränderung. Heute findet man diese intelligenten, treuen Familienhunde leider nur noch als armselige Straßenhunde – verachtet, getreten und jährlich zu tausenden im Auftrag der Regierung getötet.

  1. Liebe Tierfreunde!
    Danke für diese informative, mutmachende, herzerwärmende Geschichte !
    Als glückliche deutsche Hundemama von zwei Laobé – ausgesetzt und aufgefunden in Dakar – kenne ich die Umstände und das Glück , welches Euch mit Yoda zusammengeführt hat, aus eigener Erfahrung .
    Wie einfühlsam und umsichtig ihr dem kleinen hübschen Kerl das Leben gerettet habt, berührt mich sehr ! Von ganzem Herzen Dank dafür !
    Und Eure Beiden 🐕🐕Damen , sind mir auch ganz nah …. wie hübsch die je eigene LaobéVariante – innerlich und äußerlich – doch ist !
    Das sehen wir nicht nur an Euren dreien … sondern auch an dem ganzen Rudel geretteter Laobé meiner Schwester , die nun nach vielen Jahrzehnten Westafrika berufsbedingt auf Dauer in Richtung Frankfurt am Main ausreisen muss, und dringend nach einer ( Cargo ? ) … Flugmöglichkeit für alle Ihre 10 Hunde sucht .
    Coronabedingt fliegt derzeit nur Brussells aus Dakar einzelne Tiere mit dazugehörigem Einzelmensch (und EinzelTicket )nach Brüssel aus.
    Das haben wir nun schon 3Mal gestemmt und privat bezahlt – doch jetzt sprengt es leider unsere Kasse !
    Haben Sie ggf eine Idee welche TransportLösung wir für die restlichen 7 Hunde finden könnten ?
    Wir dachten schon an Flugpaten .
    Sie scheinen das Land und seine Leute (und Hunde ) auch gut zu kennen ?
    Was würden Sie an unserer Stelle tun ?

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung – und für den Fall , dass wir nichts mehr voneinander hören – weiterhin viel Liebe zu Afrika und seinen „Mystischen Gelben Hunden“ !
    Und alles Glück für Yoda!💕🐕🍀👍🌈und seine tolle Familie !
    😍😍🐕🐕

    Ursa Jordan , Erkrath
    ( Schwester von Friederike von Stieglitz, GIZ , Dakar)

    • Heike Krüger

      Liebe Ursa,
      vielen Dank für Ihre Meldung auf unseren Artikel.
      Ja, unser kleiner Laobé hat wirklich großes Glück gehabt. Gestern ist er quasi zum zweiten Mal gerettet, denn das Rudel, aus dem er mit größter Wahrscheinlichkeit stammt, wurde gestern geschossen. Seine Mutter (oder Tante) haben wir beerdigt, denn die Jäger lassen die erschossenen Hunde einfach liegen. Der Rest der Hunde wurde gesprengt und weiter bejagt. Von den vier adulten und sechs jungen Hunden sind nur noch ein Junghund und ein Rüde übrig. Es ist sehr traurig, was hier passiert. Leider wird gerade der Laobé von den Einheimischen wenig geschätzt und es werden als Statussymbol lieber europäische Rassehunde gehalten. Wir sind überglücklich, dass wir den kleinen Yoda in unserer Familie haben. Er ist eine Bereicherung und ein ausgesprochen anhänglicher, zärtlicher und kluger Hund.

      Leider wissen wir zur Zeit keinen Rat für Ihr Transportproblem. Wir selbst sind ja mit unserem Reisemobil unterwegs. Wenn wir von Flugreisenden nach Deutschland hören, sagen wir Bescheid. Wir werden unsere Freunde in Dakar fragen ob es Hilfe gibt.
      Bis dahin wünschen wir Ihnen und Ihren Hunden alles, alles Liebe und Gute.
      Heike Krüger

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